United Internet: Millionenverluste wegen Sedo-Abschreibung

Für Großaktionär Ralph Dommermuth könnte das Jahr 2012 ein besonderes teures werden. Ralph Dommermuth, zugleich Chef des Internetdienstleisters United Internet, muss millionenschwere Verluste hinnehmen. Hintergrund ist, dass United Internet als Mutterfirma von Unternehmen wie GMX, web.de oder 1&1 wegen anhaltender Schwierigkeiten mit der Werbetochter Sedo zu reagieren hatte. Dies hat nun dazu geführt, dass Sedo als Tochter der die mit knapp 80 Prozent beteiligten Mutterfirma 60,3 Millionen Euro auf Firmenwerte abgeschrieben hat. Die Abschreibung wird damit begründet, dass die Erwartungen an Sedo zu hoch gewesen seien. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Werbung auf nicht genutzten Internetseiten zu schalten – theoretisch ist das als Domain Parking bezeichnete Geschäft ein Riesenmarkt, aber im konkreten Fall offenbar überbewertet gewesen. In der Bilanz des Mutterunternehmens, das sich derzeit verstärkt auf den Vertrieb von Modulen für den Eigenbau von Internetseiten konzentriert, schlägt die Abschreibung nunmehr mit 46,3 Millionen Euro zu Buche.

Generell sieht das Unternehmen aber seine Geschäfte planmäßig laufen. Allerdings ist der Wettbewerb in den zurückliegenden Jahren deutlich härter geworden. Galt das Unternehmen mit GMX, 1&1 und web.de vor Jahren noch als unangefochtener Spitzenreiter, so hat vor allem Google mit seinem E-Mail-Dienst Gmail inzwischen deutlich zugelegt. Zuletzt hatte Google mitgeteilt, dass die Zahl seiner Nutzer von 300 Millionen auf 425 Millionen gestiegen sei. Nun will United Internet in die Offensive gehen. Dommermuth zufolge will das Unternehmen im Jahr 2012 rund 200.000 bis 300.000 zusätzliche Kundenverträge schließen und damit ein Plus von etwa elf Prozent erzielen. Dazu werden auch millionenschwere Investitionen getätigt.

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